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Oder Wie der Kaufhausspiegel und der Dudelsack dir die eigenste Eigenschaft verleihen

Du stehst vor dem Ganzkörperspiegel, drehst dich hin und her, zupfst an den Schulternähten der Lederjacke, ziehst den Reißverschluss hoch und wieder runter. Die Verkäuferin strahlt dich an wie eine hundert-Watt-Birne und überschüttet dich mit Komplimenten: Genau ihr Stil, das sind Sie, nur Sie können so etwas tragen! Du begegnest deinem zweifelnden Bild im Spiegel. Skeptischer Blick, gerunzelte Stirn, die offenen Haare stehen merkwürdig vom Kragen der Jacke ab, die Schultern hängen traurig nach vorne. Die schwarz-weiß gemusterte Hose, die dir die Verkäuferin gab, bauscht sich um deine Oberschenkel und lässt die Knöchel frei, die Haut schimmert grün im Kaufhauslicht. Bin das wirklich ich?

Aus der Umkleide neben dir kommt eine Frau in einer ähnlichen Jacke, die du nicht probiert hast, weil dir beim Anblick des Preisschildes ein kalter Schauer über den Rücken lief. Mit federnden Schritten tritt sie neben dich und betrachtet ihr Ebenbild. Ein neckisches Zwinkern, breites Lachen, die Ärmel lässig hochgekrempelt. Sie sieht aus, als wäre sie in diesem Outfit zur Welt gekommen. Möchten Sie noch die passende Tasche im Zebraprint anprobieren, die ist wie für Sie gemacht, fragt die Verkäuferin die andere Frau eilfertig und nimmt das Stück bereits vom Regal. Eher würde ich ein Zebra heiraten, gibt diese kichernd zurück und dreht sich den Rücken zu, um über die Schulter hinweg ihre Kehrseite zu betrachten. Du verglühst fast vor Neid und kommst dir vor wie ein Kleinkind, als die Verkäuferin stattdessen dir die alberne Felltasche unter den Arm steckt und die Falten in deiner Hose grob mit der Handfläche plättet. Deshalb gehe ich nicht gerne shoppen, denkst du, das ist nur etwas für selbstbewusste Leute….

Selbstbewusstsein ist nicht Schönheit

Selbstbewusstsein hat nicht unbedingt etwas mit dem Aussehen zu tun, doch es erfordert einen Blick in den Spiegel. Um sich seiner selbst bewusst zu sein, muss man sich betrachten. Deine Persönlichkeit in all ihren Facetten: Fähigkeiten, Talente, Wünsche, Gefühle, aber auch Probleme, Schwächen, Ängste. Es ist wie, wenn du dich rein äußerlich anschaust und dir deiner eigenen Schönheit bewusst wirst. Natürlich kann niemals alles perfekt sein, doch die individuellen Eigenheiten machen einen zu dem, was man ist. Niemand sieht so aus wie du. Sich allerdings nur seiner Fehler bewusst zu sein, ist kontraproduktiv. Leider neigen wir dazu, uns nur oberflächlich anzusehen und dabei zuerst auf alle Imperfektionen zu achten. So gehen wir mit einem steten Mangel an Selbstbewusstsein durchs Leben, da wir uns nur der Hälfte unserer Eigenschaften bewusst sind. Du musst dich nicht auf Teufel komm raus lieben, aber wenn du dich komplett wahrnimmst, kannst du mit dem arbeiten, was du wirklich bist.

Selbstbewusstsein ist in dir

Um dir deiner selbst bewusst zu werden, musst du dir folgendes Mantra vor Augen halten: „Ich bin eine eigenständige Person und darf mich deshalb auch um meine eigenen Bedürfnisse kümmern“. Lies es in Großbuchstaben, mit fünf Ausrufezeichen dahinter. Das macht dich weder arrogant noch selbstbezogen. Wobei selbstbezogen eigentlich gar nicht als negatives Adjektiv gelten sollte, denn natürlich muss man sich in seinen Entscheidungen größtenteils auf sich selbst beziehen. Niemand anders wird es tun! Wir müssen aufhören, uns dafür zu entschuldigen, eine Meinung, einen Wunsch oder eine Abneigung zu haben. Wenn wir wirklich so wären, wie wir uns aus falsch verstandener Höflichkeit verhalten, gäbe es nur leere Hüllen auf der Welt, die sich ständig beieinander entschuldigen. Deine Kollegen werden dich nicht für anmaßend halten, wenn du für deine eigene Abteilung eintrittst, schließlich ist das dein Job. Trete für deine eigene Person ein, als würdest du dafür bezahlt – Überraschung, das wirst du, in Glück, Zufriedenheit und Lebensqualität. Keine schlechte Währung, oder? Du bist ehrlich zu deiner besten Freundin und sagst ihr, wenn sie nach drei Flaschen Wein einen Striptease auf einer Babyparty aufführen möchte, wie unangemessen das wäre. Du selbst verdienst deine eigene Ehrlichkeit genauso. Stelle dir die Fragen: „Wer bin ich? Was will ich? Was will ich auf keinen Fall?“, wobei du aus Neugier, Zielstrebigkeit und Ausgeglichenheit schöpfen kannst. Überlege, wie du stets dementsprechend handeln kannst. Und dann tu es. Dieser eine Satz klingt vermutlich nach dem schlechtesten Ratschlag, den man nur geben kann, und doch ist er gleichzeitig, so behauptet der Autor, einer der Besten. Die Essenz des Selbstbewusstseins liegt darin, sich so im Klaren darüber zu sein, wer man ist und was man im Leben, oder auch nur im Restaurant oder in der Damenumkleide, möchte, dass man Dinge tun kann, ohne ständig den eigenen Wert zu hinterfragen, sich nach einer Erlaubnis zu sehnen, oder sich auch nur großartig rechtfertigen zu müssen. Deshalb bewundern wir Menschen, die sich bei allem so sicher zu sein scheinen und hundertprozentig hinter sich selbst stehen: Sie haben sich von der Notwendigkeit befreit, nach der ultimativen Bestätigung zu suchen, sondern holen sich diese bei dem einzigen Menschen, der sie ihnen geben kann: Sich selbst.

Selbstbewusst ist nicht der, der am lautesten schreit

Womit wir schon dabei wären, den nächsten Mythos zu überlisten. Selbstbewusste Menschen sind nicht immer die, die Motorrad fahren, die ganze Stadt in ihre Villa zur Hausparty laden oder in der ersten Reihe sitzen. Die sich für die Hauptrolle beim Laienmusical bewerben, mit ihrem röhrenden Lachen den Konferenzraum beschallen oder die gesamte Abteilung mit ihren Beziehungsdramen in atemlose Zuhörer verwandeln. Du musst nicht groß auftreten, um ein selbstbewusster Mensch zu sein. Du musst nur wissen, wer du bist. Wenn du lieber mit wenigen Leuten feierst, die Kulisse bemalst und bei Witzen still mit Grübchen lächelst, so macht das deine Persönlichkeit aus. Solange du dir dessen bewusst bist, und nicht krampfhaft versuchst, das zu überspielen, weil du glaubst, diese Vorlieben würden dir schaden, wird dich jeder dafür respektieren. Denk nur einmal an die übergewichtige Nachbarin mit der Knollennase, die gerne in Kaschmir-Twinsets auf dem Balkon Dudelsack spielt. Du staunst immer nur über ihre kessen Solos, lachst Tränen über ihren trockenen Humor und bewunderst ihr Gespür für Farbkombinationen. Noch nie hast du an ihre Nase gedacht, daran, dass du Twinsets grässlich findest oder der Dudelsack wirklich ein bisschen wunderlich ist. Denn deine Nachbarin strengt sich gar nicht erst an, etwas zu kompensieren oder sich an deine persönlichen Vorlieben anzupassen. Sie weiß ganz genau um ihre Unvollkommenheit, hat sich vielleicht mit ihnen angefreundet, sie zumindest als Teil ihrer Selbst anerkannt, sodass diese ihr von niemandem als Fehler vorgeworfen werden können.

Selbstbewusstsein sind nicht die anderen

Selbstbewusstsein kannst du dir von niemandem geben lassen. Zusätzliche Liebe, ja. Anerkennung, auch. Bestätigung, sowieso. Aber all das nützt nichts, wenn du nicht mit der Person vertraut bist, die all diese Dinge bekommt, wenn du dich nicht über dich Selbst definierst. Selbstbewusstsein folgt nicht auf eine Leistung, die du zunächst erbringen musst. Ein Auto kann, entgegen der Annahme vieler Herren der Schöpfung, kein noch so kleines Stück von dir ersetzen, sodass du dir ein Selbst aus verschiedenen Gütern zusammenbauen könntest. Das Bewusstsein über dich selbst, darüber, dass du all die materiellen und immateriellen Geschenke verdienst, die die Welt dir geben kann, dass du die Möglichkeit, wenn nicht sogar die Pflicht hast, für dich selbst zu leben, kann nur entstehen, wenn du dich mit dir selber beschäftigst. Dir Fragen stellst, die du selbst beantwortest. Zum Beispiel Nein zur Zebrafelltasche.

Übrigens:

Christina Reepel ist Coach & Trainerin aus Leidenschaft und empfindet es als große Erfüllung, Menschen und Unternehmen auf ihrem Weg zu begleiten, ihr volles Potenzial zu entfalten, ihre wahren Bedürfnisse zu entdecken und ihre Ziele effizient und nachhaltig zu erreichen. Wie sie andere Menschen zur Selbstbewusstheit führt und was sie selbst damit verbindet, verrät sie in unserem Webinar!

Christinas Seite: www.christinareepel.com

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