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oder Wie Kürbisbeete und Schildkrötenpanzer dich vor der Krise retten

Du gehst seit Wochen auf dem Zahnfleisch. Du lebst von Koffein und dem Gedanken an den neuen Auftrag. Beim Abendessen mit den Kindern trägst du noch den dunkelblauen Hosenanzug, blickst ins Leere, ihre Erzählungen prallen an dir ab. Eigentlich solltest du die Zahlen noch einmal durchgehen. Du fängst automatisch mit der linken Hand einen zu fallen drohenden Tupperbecher auf, doch die Rechte war nicht schnell genug um den Ärmel des Kindes hochzureißen, der sich gerade mit Kartoffelpüree vollsaugt. Etwas in dir klickt und du brichst in eine Schimpftirade aus, die dich selbst überrascht und ein bisschen schockiert.

Vor ein paar Jahren sitzt du mittags um 12 auf dem Sofa deiner Eltern, frühstückst Kekse aus der Packung, eine Wiederholung von Suits läuft. Dein Studium ist beendet, die Bewerbungsphase geht noch nicht los, du hast keine Geldsorgen und verbringst den Tag mit deinen Lieblingsbeschäftigungen: Essen, Schlafen und Fernsehen. Trotzdem ertappst du dich dabei, wie du sehnsüchtig dem turbulenten Leben der Serienfiguren folgst und dich manchmal danach sehnst, einen Grund zu haben, den Pyjama zu wechseln.

Familie, Job, Freundeskreis, Haushalt, und irgendwo dazwischen auch noch du selbst. Manchmal fühlt es sich so an, als wäre jede Entscheidung die Falsche, irgendetwas bleibt immer auf der Strecke. Das Internet sagt, du sollst zu deiner inneren Ruhe zurückfinden, zu deiner Mitte, aber wie soll das gehen?

Ausgleich, das bedeutet Balance zwischen den verschiedenen Dingen, denen man sich geistig und praktisch widmet. Für jedes Yin auch ein Yang; für jede Anstrengung in die eine Richtung auch ein Moment für die andere. Doch gibt es nicht manchmal Angelegenheiten, der man seine volle Kraft zuwenden möchte oder muss, um sie richtig zu machen? Und gibt es nicht auch Menschen, die nicht dazu gemacht sind, jemals in einem Zustand der vollkommenen Gelassenheit zu verweilen?

Eine Prise Ruhe

Die klassischste Definition von Ausgeglichenheit zielt auf das Mittelmaß zwischen Stress und Ruhe ab. Die meisten Lehren in diese Richtung beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Ruhefaktor. Das kommt daher, dass Menschen dazu neigen, sich selbst am wenigsten wahrzunehmen. Dabei bist du der Ursprung von allem, was mit dir zu tun hat. Das ist so logisch, dass es fast schon wieder albern klingt.

In den letzten Jahren wurde die Me-Time im Zuge der Mental Health Revolution auf YouTube und Co. zu einer Art Trend. Morgendliche Meditationen und regelmäßige Yoga-Sessions in schicken Spandex-Zweiteilern gehören mittlerweile für viele zum Alltag. Sogar die oftmals belächelten „ASMR-Videos“, eine Entertainment-Richtung, die mit der entspannenden Wirkung von verschiedenen Geräuschen, Stimmen und Tätigkeiten arbeitet, finden im Mainstream immer mehr Gehör. Es handelt sich hierbei nämlich nicht um unanständige Filmchen oder gar Verrückte, die sich beim Kaugummi-Kauen aufnehmen. „Autonomous Sensory Meridian Response“ ist eine Art neurologisches Phänomen, das den Zustand völliger Entspannung sowie zuweilen ein angenehmes Kribbeln auf der Haut beschreibt. Ein bisschen so wie damals, als man sich gegenseitig mit geschlossenen Augen den Unterarm streichelte, bis man die Armbeuge fand. Klingt befremdlich, bis man es ausprobiert.

Manch einer kann sich partout nicht dazu durchringen, die Yoga-Matte auszurollen, noch vor dem Aufstehen Räucherstäbchen abzubrennen oder sich ohne Vorbehalte etwas flüstern zu lassen. Derjenige entspannt bei weltlichen Aktivitäten wie dem Hausputz mit einem Hörbuch im Ohr, einem Glas Rotwein und einem historischen Roman, bei dem Klang einer Sonate. Wem das immer noch zu kitschig ist, der findet seinen Ruhepunkt vielleicht beim Holz hacken für ein zünftiges Kaminfeuer oder beim Umgraben eines Kürbisbeetes. Dich erdet der Geruch von Farbe, während du einem Modell des Empire State Buildings den letzten Anstrich gibst? Du kannst dir nichts Schöneres vorstellen, als in der Garage auf dein Schlagzeug einzudreschen? Perfekt! Einen Ausgleich zu den stressigen Aufgaben des Alltags findest du, indem du innerhalb einer solchen Situation – sagen wir, im Freitagabendmeeting – die Augen schließt und überlegst, wo du gerade lieber wärst. Die Karibik ist vielleicht nicht ganz so schnell umsetzbar. Aber eine Pina Colada im Schaumbad kriegst du heute Abend hin.

Eine Messerspitze Stress

In all den Aufforderungen, im Pool des inneren Friedens zu treiben, lauert allerdings eine Gefahr: Die Lethargie. Beim krampfhaften Versuch, sich nicht in eine Richtung zu verausgaben, kann es passieren, dass du deine Leidenschaften nicht mehr zulässt. Selbst eine Schildkröte muss dann und wann aus ihrem Panzer hervorlugen, um Luft zu schnappen, weiterzukommen, die Richtung wiederzufinden, Nahrung zu suchen. Manchmal auch einfach, um sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen.

Ausgeglichenheit bedeutet nämlich auch, nicht einen Zustand als selbstverständlich und ultimativ zu betrachten, sondern sich aus dem einen zu holen, was einem im anderen fehlt. Die Befriedigung eines erfolgreich abgeschlossenen Projektes, der glücklichen Kundenstimmen, der steigenden Umsatzkurve. Die Bereicherung durch soziale Kontakte, Partys, Brunches, Mädelswochenenden. Der Stolz auf die eigene Leistung und die Freude über neue Eindrücke, Fähigkeiten, Erinnerungen. All diese Dinge verlangen manchmal Perioden der harten Arbeit, des selbstgewählten Freizeitstresses, Überstunden, anonyme Hotelzimmer, aufgewärmte 5-Minuten-Terrinen, zusätzliche Ausgaben. Erlaube dir auch mal, dich selbst zu verausgaben. Nur eben innerhalb einer bestimmten Zeit, in bewusst kontrolliertem Maße, ohne dabei den Schildkrötenpanzer abzulegen, in den du dich zurückziehen kannst. Versuche, am Ende einer Woche oder eines zu dir passenden Abschnittes deine Energieverteilung Revue passieren zu lassen, indem du jedem Tag eine Überschrift gibst. Kommt momentan nur noch der Begriff „Business“ vor? Dann ist es an der Zeit, dem Stichwort „Klassische Musik“ mehr Raum zu geben. Auch, wenn du es vielleicht noch gar nicht bewusst bemerkt hast. So beugst du dem Ausbrennen vor.

Jedes Rezept ist anders

Lass alles zu, die Ruhe und den Stress. Aber lass nicht zu, dass etwas alles für dich wird, denn dort beginnt die Auszehrung. Natürlich haben zum Beispiel deine Kinder für dich unantastbare Priorität. Und natürlich kann man sich vom Dasein als Elternteil nicht mal eben einen Tag frei nehmen und einen Reminder ins Outlook setzen, sich wieder um das kleine Lebewesen zu kümmern, das mit im Haus lebt. Manchmal musst du den Ausgleich zu einer Situation parallel oder innerhalb derselben finden. Es ist nicht immer so einfach, Zeitabschnitte für die eigene Aufmerksamkeit aufzuteilen. Man darf die Metapher der Balance nicht so wörtlich nehmen, denn dann sitzt man am Ende mit einem Wochenplan da, in dem für Job, Familie etc. jeweils ungefähr eine halbe Stunde eingeplant ist. Vielmehr geht es darum, den Blick für das große Ganze nicht zu verlieren. Wechsle den Pyjama von Zeit zu Zeit. Und wenn dich ein bisschen Kartoffelpüree aus der Ruhe bringt, gönne dir das Schaumbad.

Übrigens:

Gina Weber und Theresa Brackmann sind bekannt als Gründerinnen von POP UP YOGA München. Das Thema Ausgeglichenheit ist ihr Daily Business. Sie glauben, man kann diese auch in einem Museum, mitten im Park unter Menschen oder am Arbeitsplatz finden. Ihre persönlichen und erprobten Tipps und Tricks dazu verraten sie dir in unserem Webinar!

 

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