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oder Wie Töne treffen und Tauchgänge dein Leben harmonischer machen

Du hast diese eine Freundin, der du alles erzählen willst. Die Probleme mit dem Geld und die Sorgen um deinen kranken Vater genauso wie alle Details des romantischen Abends mit dem Typen aus der Personalabteilung. Es fühlt sich so richtig gut an, ihr diese Dinge haarklein zu berichten. Dabei sind ihr finanzielle Engpässe fremd und ihre Eltern erfreuen sich bester Gesundheit. Außerdem hält sie nichts davon, sich mit Kollegen einzulassen, und hat generell einen anderen Männergeschmack als du. Aber sie muss gar nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen, dieselbe Story vor drei Wochen selbst erlebt haben oder auch nur Kundin der gleichen Bank sein, damit du dich von ihr verstanden fühlst. Sie drückt deine Hand, sie schaut dir in die Augen und stellt dir im richtigen Moment eine Packung Taschentücher / die Weinflasche / die Freudeneiscreme vor die Nase. Ihr beide seid genervt von deiner Cousine, denn die würde mal wieder nur von sich selbst reden, die Bankenkrise und die Sterberate bei Krebs erwähnen und immer dann das Thema wechseln, wenn ihr euch gerade warm gequatscht habt. Dabei ist sie kein schlechter Mensch (natürlich nicht) – ihr scheint nur ein Sensor zu fehlen…

Empathie ist eine ganz besondere Eigenschaft. Sie ist nicht mit Mitgefühl gleichzusetzen, auch wenn beide Begriffe oftmals in einem Atemzug genannt werden. Die Vorsilbe „em“ aus dem Griechischen bedeutet „im“ und das Wort „Páthos“ wird mit Leid beziehungsweise Leidenschaft übersetzt. Es geht darum, ganz in ein Gefühl einzutauchen, sei es positiv oder negativ, das eigene oder eben das eines anderen. Letzteres befähigt dich nämlich dazu, auf den Zustand deines Gegenübers einzugehen und entsprechend zu reagieren: Sei es mit Trost, Wertschätzung, Freude oder Kritik. Nicht, indem du eine Rolle spielst, um Erwartungen zu entsprechen, sondern indem du dich selbst in die emotionale Lage des Anderen versetzt. Deine Freundin hat womöglich ein besonders empathisches Wesen, deine Cousine dagegen kultiviert ihre Empathie vielleicht nicht bewusst und sendet so manchmal Signale, die von anderen als unpassend empfunden werden, weil sie zwar die Konversation verfolgt, sich aber nicht „im“ zugehörigen Gefühl befindet.

Für Anfänger

Nichts ist peinlicher, als mit einem Rosenstrauß winkend ins Büro zu platzen, nachdem ein Kollege gerade seine Scheidung verkündet hat. Wie man das vermeiden kann? Indem du dir die Zeit nimmst, die Menschen in einer Gruppe zu betrachten, die du ansprechen möchtest. Wenn der Kollege tiefe Sorgenfalten auf der Stirn zur Schau trägt, der Chef ihm brüsk auf die Schulter klopft, die Sekretärin sanft einen Kaffee vor ihm abstellt und alle anderen den Blick auf ihre Tastatur gesenkt haben, herrscht vermutlich gerade keine Partylaune. Achte also immer auf die Körpersprache deines Gegenübers und versuche, diese für dich einzuordnen. Denke darüber nach, wie du dich fühlst, wenn du die Arme verschränkst, dein Blick flackert und du auf deiner Unterlippe kaust, und überlege, ob du in dem Moment in Stimmung für Neuigkeiten, Lob oder Tadel wärest. Umgekehrt natürlich genauso: Wenn du jemandem direkt ins Gesicht blickst, lächelnd und mit offener Haltung, freust du dich darauf, was er dir erzählen wird. Positive Nachrichten werden also gerne empfangen, etwas anderes sollte behutsam angesprochen werden.

Gewisse Dinge müssen einfach gesagt werden. Berufliches Feedback, konstruktive Kritik, dass deine Nachbarin deine Katze bitte nicht mehr füttern soll. Und es gibt fast immer eine Möglichkeit, dabei niemanden zu verletzen, zu beleidigen oder zu irritieren. Dafür sollte der Ton nicht allzu sehr von dem üblichen Umgang miteinander abweichen. Wenn du mit einem Angestellten einen freundschaftlichen Rapport etabliert hast, versuche, dich bei einem Problem nicht auf deine überlegene Position zu beziehen und damit zu argumentieren, sondern erkläre es so, wie du Freunden davon erzählen würdest. Natürlich sollst du niemanden in Watte packen oder deiner Nachbarin die Katze überlassen, weil sie so eine nette alte Dame ist. Aber bedenke, dass sie sich vermutlich einsam fühlt und nur über die Gesellschaft gefreut hat, und werfe ihr keine niederen Beweggründe vor.

Mittelstufe

Ein sehr erfolgreiches Sprichwort im Zusammenhang mit der Empathie lautet, man solle immer ein Stück Weg in den Schuhen eines Anderen gehen. Das klingt zwar sehr unangenehm und nicht unbedingt hygienisch, doch die Aussage bleibt wahr. Es ist bis zu einem gewissen Grad nicht schwer, die Emotionslage eines anderen zu bedenken, wenn man sich miteinander identifizieren kann. Wenn es allerdings um jemanden geht, der dir vollkommen fremd ist, mit dem du dich niemals auf einen Film einigen würdest, für den du kein Geschenk besorgen kannst und dessen Witze du partout nicht verstehst, brauchst du womöglich ein wenig mehr Fantasie, um dich auf ihn einzustellen. Also nimm dir eine fiktive Figur zum Vorbild, die dich an die Person erinnert, und hinterfrage deren vollständige Geschichte, als würdest du eine Theaterrolle lernen. Dann wird es dir leichter fallen, auch in diesen Charakter und seine Emotionen einzutauchen – und sei es im vollen Neoprenanzug.

Fast zu fortgeschritten

All diese Faktoren lassen sich relativ sachlich analysieren, da du hauptsächlich das anwendest, was du von dir selber kennst, oder dich auf offensichtliche (Sach-)Verhältnisse besinnst. Manche Menschen sind jedoch so empfindsam, dass sie alleine durch die räumliche Gegenwart eines anderen dessen Emotionen wahrnehmen und diese tatsächlich in dem Moment selber spüren. Du kennst sicher auch jemanden, der schon in Tränen ausgebrochen ist, obwohl DIR der Hund weggelaufen ist. Das kann nervig sein, ist aber ganz schön, wenn sich deine Freundin über deine Beförderung genauso freut wie du – es bringt euch näher zusammen, die Meilensteine quasi gemeinsam zu erleben. Bist du selber so ein Mensch, musst du allerdings aufpassen, dass du nicht im Leid der gesamten Welt versinkst, obwohl es dir eigentlich gut geht. Es hilft niemandem, wenn du als Projektleitung genauso verängstigt bist wie dein Team, obwohl du den Karren aus dem Dreck ziehen könntest. Und in Krisenzeiten kann es an deine mentale Gesundheit gehen, die Probleme der gesamten Gesellschaft als Belastung zu empfinden. Um dies zu vermeiden, solltest du deine Gefühle regelmäßig hinterfragen und dir vor Augen führen, dass du als Einzelperson nicht für das Unglück aller anderen verantwortlich bist und auch nicht in der Lage, die Situation für alle zu verbessern. Sprich mit jemandem darüber, der anders veranlagt ist – manchmal schadet es auch nicht, ein bisschen mehr wie deine Cousine zu sein.

Übrigens:

Andreas Keller ist nicht nur Gründer und Geschäftsführer von PINC Solutions sondern auch Coach und Trainer bei Human Leaders. Bei letzterem fokussiert er sich auf Persönlichkeitsentwicklung, Strategie und Führung. Empathie ist eine besonders wichtige Qualität für Führungskräfte, die sich ständig auf unterschiedliche Persönlichkeiten einstellen müssen – deshalb ist Andreas der perfekte Speaker für unser Webinar zum Thema.

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