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oder Wie Längsstreifen und Bloggerplaner dich vor Katzenvideos retten

Das Meeting beginnt, zwanzig Leute um einen großen Tisch herum. Du denkst bereits an die Mittagspause, an den Bericht, den du heute noch abgeben musst, an den Termin mit der Werkstatt am Abend. Plötzlich wirst du angesprochen, wie sieht es aus mit dem Projekt, du streichst deine Notizen glatt und räusperst dich, fängst an zu sprechen, jemand tuschelt, du hältst einen Moment inne und überlegst, ob man den Fleck auf deiner Bluse sieht, noch ein Räuspern, wenige Minuten später bist du fertig, der Chef nickt dir kurz zu. Wendy aus dem Marketing ist dran, sie hebt die Stimme und plötzlich herrscht absolute Stille im Raum. Niemand blickt mehr auf sein Handy oder aus dem Fenster, manch einer macht sich sogar Notizen. Lässig sitzt Wendy da, den Ellbogen im längsgestreifte Blazer auf die Stuhllehne gestützt, die Brille ins blondgesträhnte Haar geschoben, den Blick ruhig in die Runde gerichtet. Wie macht sie das nur, überlegst du, als alle ihre Sachen zusammenpacken, sollte ich mir auch so einen Blazer zulegen?

Präsenz kann man nicht durch den Kauf einer Jacke erzielen. Die Herkunft des Wortes liegt im Lateinischen „Praesentia“ – die Gegenwart. Präsenz ist die Fähigkeit, sich voll und ganz auf den gegenwärtigen Moment einzulassen. So, dass man kristallklar aufnehmen kann, was um einen herum passiert, und gleichzeitig in der Lage ist, selbst psychisch und physisch in der Situation anwesend zu sein. Das mag einfach klingen – ist es aber nicht für jeden. Es gibt Menschen wie Wendy, denen eine präsente Aura in die Wiege gelegt worden zu sein scheint. Doch wer weiß, ob sie nicht auch einmal in der letzten Klassenreihe verschwommen ist, sich in Tagträumen verlor und  später auf Autofahrten manchmal nicht mehr genau wusste, ob die Ampeln auf dem Heimweg überhaupt grün gewesen sind. Deine persönliche Präsenz ist bereits Teil von dir. Du kannst dir ihrer bewusster werden, sie trainieren, bis du sie in relevanten Situationen von ganz alleine anwendest.

Körperliche Präsenz

Die besten Tipps sind immer die, die man sofort umsetzen kann – wer will schon drei Monate täglich meditieren, bis erste Ergebnisse zu spüren sind? Der erste Schritt hin zu einem präsenten Auftritt ist also tatsächlich der Blazer. Beziehungsweise, Kleidung, die zu dir passt, und zwar im buchstäblichen sowie ästhetischen Sinne. Ob gut geschnittene Klamotten, die farblich und stilmäßig der Figur schmeicheln, oder das Gegenteil, macht einen himmelweiten Unterschied. Wer im schlabbrigen Rollkragenpulli versinkt oder als aschblonder Typ im krankmachenden Pfirsich mit der Wand verschmilzt, wird selten als präsent wahrgenommen. Doch Vorsicht: Ein lebendiges Knallbonbon in kontrastierenden Regenbogenfarben mag Aufmerksamkeit erregen, doch diese ist nicht mit Präsenz gleichzusetzen.

Es gibt kaum abstoßendere Formulierungen als „ein feuchter Händedruck“. Kein Wunder, dass es zahlreiche beinahe wissenschaftliche Artikel dazu gibt, wie man beim Händeschütteln das perfekte Maß von Druck erzielt, welche Temperatur die Handfläche haben und wie lange man verharren sollte, um nicht aufdringlich zu wirken. Als Grundregel empfehlen wir: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Also so auf jemanden zugehen, wie man selbst gerne begrüßt werden möchte.

Ansonsten gilt: Haltung bewahren! Nicht unbedingt wie in der Schule, als die strenge Mathelehrerin einen mit dem Stuhl so nah an die Tische schob, dass man zwar kerzengerade saß, aber kaum noch Luft bekam. Es reicht, sich immer mal wieder an folgende Checkliste zu erinnern: Schultern zurück, Kinn nach oben, Blick auf Augenhöhe der anderen gerichtet, Hände sichtbar und unverschränkt, die Beine hüftbreit für einen festen Stand.

Geistige Präsenz

Ja, manchmal ist das Meeting langweilig. Ja, manchmal erzählt die beste Freundin eine Geschichte schon zum zehnten Mal. Doch wenn du im Geiste beim letzten Skiurlaub weilst oder heimlich aufs Handy schielst, bis du deinen eigenen Namen hörst, verlierst du den Faden in der Gegenwart. Das Geschehen zieht an dir vorbei und du hast keinen Überblick über das große Ganze, sondern immer nur über kurze Sequenzen. Das führt zu unbefriedigenden Konversationen,  der ständigen Sorge, etwas verpasst zu haben und nicht im Loop zu sein, und zum Unmut der Gesprächspartner. Diese Abwesenheit ist heutzutage leider ein ziemlich allgemeines Problem, da wir zwischen ständigem Medienkonsum, Erreichbarkeit und Fomo (Fear of Missing Out für alle, die es sich noch nicht selbst diagnostiziert haben) kaum jemals auf eine einzige Sache, Zeit oder Person konzentriert sind. Sich das abzugewöhnen, ist etwas schwierig, doch es geht!

Du kannst zum Beispiel einen Social Media Timer fürs Handy anlegen, um im Home Office gar nicht erst die Möglichkeit zu haben, mal eben live ein Bananenbrot-Tutorial auf Instagram zu verfolgen. Bei Abenden mit Freunden verabreden, alle Technik auszustöpseln, die nicht zur Kommunikation untereinander verwendet wird. Zwei unterschiedliche Sim-Karten für Privates und Geschäftliches anlegen und konsequent immer nur eine davon zur passenden Zeit zu verwenden. Alles kein Hexenwerk- und trotzdem effektiv, um mit dem Kopf in der realen Situation und nicht in drei parallelen virtuellen Handlungen zu stecken.

Immer beliebter werden auch Tages – und Wochen-Planer, die man bei Lifestyle-Bloggern auf Instagram bewundern kann (wenn der Timer es erlaubt). Das sind nicht einfach Kalender, in die man den Wocheneinkauf einträgt, sondern ausgefeilte Vorlagen, mithilfe derer du ganz klare Zeiteinheiten für verschiedene Aufgaben und Lebensbereiche einteilen kannst. Ob es um Arbeit, Quality-Time mit der Familie oder Zeit für dich alleine geht – wenn du dich daran hältst und wirklich nur das zulässt, worum es gerade gehen soll, wirst du dich viel besser konzentrieren können. Keine Schuldgefühle, weil du gerade etwas vernachlässigst, keine Angst, etwas zu vergessen, kein erzwungenes Multi-Tasking. Klingt das nicht traumhaft?

Warum Präsenz? Für Andere!

Wie bereits erwähnt, wirkt sich die Tatsache, ob du präsent bist oder nicht, auch auf die Person aus, mit der du dich beschäftigst. Präsenz wird als Ausdruck von Respekt, Professionalität und Zuneigung empfunden. Präsente Menschen sind nicht nur im Büro beliebt, werden ernster genommen und füllen den Raum mit ihrer Anwesenheit. Präsente Menschen sind auch attraktiv als Freunde oder Partner, da sie das Gefühl auslösen, Teil eines gemeinsamen Momentes zu sein, ein signifikantes Ereignis im Leben des Anderen. Gerade in schwierigen Zeiten, in denen Firmen auf den Einsatz ihrer Mitarbeiter angewiesen sind und sich die persönliche Unsicherheit vergrößert, tut es gut, greifbar zu sein, ansprechbar, sich gemeinsam mit denselben Problemen auseinanderzusetzen und nicht in eine vollkommen andere Welt abzutauchen. Sei nicht die Person, die nie zurück ruft, und stattdessen stundenlang durch TikTok scrollt. Man wird sich daran erinnern.

Warum Präsenz? Für dich selbst!

Wo wir schon dabei sind: Es tut niemandem gut, sich mit Katzenvideos einzuigeln und dabei laut zu lachen, anstatt sich um die anstehenden Herausforderungen zu kümmern. Erlaube dir, dich auf dein eigenes Leben zu konzentrieren. Das ist nicht selbstbezogen, das ist Self-Care. Nimm dir die Zeit, um über deine Gefühle und Empfindungen nachzudenken, um deine Handlungen zu reflektieren und dich auf Situationen einzustellen. Wenn das bei tiefgreifenden Veränderungen im Leben etwas länger dauert, ist das vollkommen in Ordnung – denn es hilft dir, nicht ins Chaos abzudriften und von einem halbfertigen Projekt in die nächste Existenzkrise zu rutschen, um am Ende des Tages nichts geschafft aber viel Panik bekommen zu haben. Sei präsent in deiner eigenen Welt – sei eine Wendy.

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