0

oder Wie Stromlinien und Rosenbüsche dich auf den Berg führen

Du sitzt beim Friseur unter der Trockenhaube, deine Ohren laufen heiß und du hörst nur das Pfeifen des Gebläses. Auf deinen Knien liegt eine dieser Frauenzeitschriften, die zu 90 Prozent aus Werbung bestehen, aufgeschlagen auf einer Seite betitelt mit „Lebenslauf-Check- heute mit…“, die abgebildete Frau steht mit stolzer Föhnfrisur hinter dem Tresen ihres eigenen Geschäftes. Du verfolgst ihren Weg vom Schülerjob im Tante Emma Laden über das Praktikum in der Handelskette, ein Studium der Betriebswirtschaft und Unternehmensführung, stetiges Sparen, Anlegen. Selbst die Hochzeit mit einem Bauunternehmer wirkt choreografiert, kurz darauf folgte der Spatenstich für das Ladenlokal dieser Frau. Als dir die Friseurin das Haar zu einem ähnlichen Schopf auftürmt, kommst du nicht umhin darüber nachzudenken, ob du jemals eine Sache in deinem Leben so kompromisslos angegangen bist.

Zielstrebigkeit, das klingt stromlinienförmig. Ein zackiger Anfang, ein langgezogener Weg, die Konsonanten am Ende bringen es zu einem markanten Abschluss. Eine attraktive Eigenschaft, ein bewundernswertes Attribut, ein Asset für jeden Arbeitgeber. Es kann einschüchtern, dieses Wort, es klingt, als würde man hinterherhinken, wenn man sich manchmal ein wenig treiben lässt oder die Richtung je nach Windstärke wechselt. Als wäre man ohne Tabellenkalkulationen und fünf-Jahres-Pläne ein Tagedieb, der Grashalme kauend über die Felder zieht. Doch Zielstrebigkeit ist kein Äquivalent zu übertriebenem Ehrgeiz oder zwanghafter Obsession.

Wo ist das Ziel?

Es fängt schon damit an, dass deine Ziele nicht mit denen anderer Leute konkurrieren müssen. Du musst nicht darauf hinarbeiten, dein eigenes Geschäft zu eröffnen, die erste Frau auf dem Mars zu sein oder auch nur ein Eigenheim zu bauen. Dein Ziel kann auch darin liegen, jeden Tag eine halbe Stunde zu joggen, bis Weihnachten die Gartenhütte zu streichen oder dein eigenes Brot zu backen. Wichtig ist nur, dass du eines hast. Nicht, weil es sich ohne nicht leben lässt, sondern weil dich die Suche nach Zielen oftmals direkt zu den Dingen führt, die dir wichtig sind, dich glücklich machen würden und deine größten Fähigkeiten zum Vorschein bringen. Also hol die Mindmap hervor, druck deine Pinterest-Boards aus und lass dich von den Plänen, die du nach ein paar Gläsern Wein mit Freundinnen immer wieder machst, inspirieren, um deine persönlichen Ziele zu definieren. Drei Stück für den Anfang: Eines, das du in nächster Zukunft erreichen kannst und wirst, zum Beispiel das Ausmisten der Abstellkammer bis zum Ende der Woche; eines, das du innerhalb dieses Jahres erreichen möchtest, zum Beispiel eine Bonusauszahlung bei der Arbeit; und etwas, was du dir für dein Leben erträumst, zum Beispiel das bereits erwähnte Eigenheim mit weißer Fassade und Rosenbüschen im Vorgarten.

Wie strebst du ohne zum Streben zu streben?

Kurzfristige und umsetzbare Ziele haben den schönen Effekt des sofortigen Erfolgserlebnisses. Das Ausmisten der Abstellkammer erfordert eigentlich nur die Energie, sich einen Samstagnachmittag lang von Netflix loszureißen, die Musik laut zu stellen und in alten Klamotten Müllsäcke zu packen. Trotzdem wirst du dich wie ein Gewinner fühlen, wenn du die Vorher-Nachher-Bilder betrachtest und dein Wochenende aus einer erfolgreichen Mission bestand. So bringst du dein Unterbewusstsein dazu, gesetzte Ziele immer weniger als unmögliches Hindernis zu betrachten. Du übst quasi für die wahre Challenge.

Die mittelgroßen Ziele erfordern nämlich bereits eine große Portion langfristiger Motivation. Die Bonusauszahlung mag weit weg erscheinen, doch halte dir vor Augen, dass du jeden Tag etwas dafür tun kannst, denn deine Arbeitsweise ist schließlich das, was dir zum Ziel verhilft. Verknüpfe jede Anstrengung mit dem realistischen Gedanken an die Belohnung, damit diese nicht zum abstrakten Endpunkt wird, der eh niemals eintritt. Langweiliges Meeting? Nächtliche Überstunden? Vierzig Folien Power Point? Irgendwann materialisiert sich das alles in der tollen Handtasche, dem schnittigen Cabrio und vielleicht sogar in der Anzahlung für das Grundstück….

Wobei wir schon beim Thema der Traumziele wären. Es fällt schwer, sein tägliches Leben nach etwas auszurichten, was so weit in der Zukunft liegt, dass man es kaum definieren kann. Doch immer mal wieder einen Blick auf das Moodboard mit den Rosenbüschen zu werfen, kann dich stets aufs Neue auf den Weg dorthin lenken. Eine Liste mit Teilzielen, die es als Bedingung zu erreichen gilt, holt das Ziel aus der Traumwelt in den Alltag und verleiht dir das beflügelnde Gefühl, bereits aktiv auf dem Weg dorthin zu sein.

Wer darf dich vom Weg abbringen, wenn du vom Weg abkommen darfst?

Es ist keine Schande, seine Ziele zu ändern. Genauso wenig, wie wir alle unsere Jugendliebe heiraten, müssen wir uns für immer an den Träumen festhalten, die wir mal in unserem Tagebuch verewigten. Manchmal passen Berufe, Orte, Menschen und Rollen nicht mehr zu dem Leben, das du dir aufgebaut hast. Zielstrebigkeit macht nur Sinn, wenn das Ziel für dich noch aktuell ist, und das entscheidest ganz alleine du. Du bist auch der Knackpunkt, wenn es darum geht, sich ablenken zu lassen. Natürlich bist du als Teil der Gesellschaft, einer Familie oder Firma, nicht immer vollkommen frei, ausschließlich das zu verfolgen, was du dir selbst ausgesucht hast. Hier kommt es wieder auf die Balance an, die bereits im Thema Ausgleich angesprochen wurde. Ordne dich unter, wenn es unbedingt nötig ist – aber nicht aus dem Glauben heraus, dein Ziel sei weniger wert, weniger wichtig oder weniger realistisch, nur weil es gerade zurück stecken muss.

Ist das Ziel das Ziel oder der Weg zu einem weiteren Weg zum Ziel?

Ein trauriger Fehler, den manche Menschen begehen, ist der Gedanke, ein Ziel sei nur von Bedeutung, sobald es erreicht wurde. Diese Menschen gehen mit Scheuklappen durchs Leben und erlauben sich nicht, auf Leistungen stolz zu sein, die unterhalb dieses Erfolges liegen. Dabei ist gerade die Fähigkeit, auf etwas Größeres hinzuarbeiten, Hindernisse zu umschiffen, sich davon zurückwerfen zu lassen und dann den Verlust wieder aufzuholen, Wege zu finden, zu schaffen oder zu wählen, und all das getrieben von einem persönlichen Wunsch, der bewundernswerte Teil einer zielstrebigen Person. Das soll nicht heißen, dass das Endergebnis nicht etwas ganz Besonderes sei, sondern vielmehr, dass alles daran besonders ist: Der Weg, die Geschichte, die Veränderungen und der Blick nach vorne. Das Leben soll schließlich nicht am Ziel vorbei sein – du hast nur den Berg erreicht, auf dem du dich gerne eine Weile niederlässt, und den Ausblick genießt. Oder das Geschäft, vor dem du stolz stehst und in die Kamera der Frauenzeitschrift lächelst, bevor du dich in deinem Chefsessel niederlässt, und weiter Pläne schmiedest.

Übrigens:

Prof. Dr. Markus Pflügl ist nicht nur ehemaliger Profisportler und Partner einer Wirtschaftskanzlei, sondern auch Direktor des Institut for Corporate Leadership. Zielstrebigkeit hat er schon in den unterschiedlichsten Formen und Bereichen erlebt, im Sport, in Unternehmen, bei Studenten und Führungskräften…in unserem Webinar hat er einige spannende Einblicke, Tipps und Ideen zum Thema Zielstrebigkeit für dich!

Das ICL: www.icl-leadership.com

Wir organisieren regelmäßige Veranstaltungen um dich mit Gleichgesinnten sowie interessanten Unternehmen zusammenzubringen, zum Beispiel den Business Brunch und die Networking Nights. Dort kannst du nützliche Kontakte sammeln und mit anderen Frauen in einen spannenden Austausch treten.

10 Prozent unserer Einnahmen fließen in den Aufbau von Kinderhäusern in der DACH-Region. Mit deiner Mitgliedschaft leistest du also einen entscheidenden Beitrag zu einem sozial nachhaltigen Projekt, das Kindern eine behütete Zukunft ermöglicht.

Als Mitglied erhältst du Zugang zu ausgewählten Events abseits des Geschäftlichen. Genieße die exklusive Atmosphäre von Fashion Shows, Filmpremieren, Gala Dinner und vielem mehr.

Wir bieten dir eine vielfältige Auswahl an informativen und inspirierenden Workshops zu deiner persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung. Lerne hilfreiche Skills aus einem breit aufgestellten Angebot an Themenfeldern, die dich auf vielfältige Art stärken und fördern.

Wir freuen uns, dir tolle Rabatte und Vorzüge bei unseren namhaften Partnern abieten zu können. Du bekommst

  • bis zu 60 % im Ingolstadt Village
  • 10 % auf alle Kleingeräte & Retro-Kühlschränke bei SMEG
  • Silver-Status bei allen Accor Hotels weltweit
  • 15 % bei Sixt Mietwagenbuchung weltweit
  • 10 % auf Buchungen bei Aldiana Club Resorts

Triff tolle Frauen aus den unterschiedlichsten Branchen und Lebensphasen sowie faszinierende Experten, Speaker und UnternehmerInnen. Connecte dich, unterstütze andere und werde Teil einer starken, solidarischen Gemeinschaft – ganz getreu unserem Motto #togetherwegrow!

X
X